Heimatfest: Nachfahren der Kolonisten feierten!

Veröffentlicht am 06.09.2026 in Veranstaltungen

Der Preussische König - der Alte Fritz - brauchte dringend Landeskinder: Es war die Zeit der Ansiedlung von Pfälzer Kolonisten! Ihre Nachfahren und deren Freunde feiern jedes Jahr dieses Ereignis

  • In historischen Kostümen spielten sie Szenen aus der Zeit der Ansiedlung der Pfälzer Kolonisten um 1750 nach.
  • Später gab es Musik und Tanz am Hof des „Alten Fritz“.
  • Was gab es noch? Geschichtlicher Vortrag, ein Markt für Kunsthandwerk und das Café Biberpelz mit Zuckerkuchen aus dem Steinbackofen.
Im Heimatmuseum Erkner, Museumshof am Sonnenluch, Heinrich-Heine-Straße 17-18, 15537 Erkner
Am Sonntag, 6.9.2026, 11:00 bis 17:00 Uhr

Ein Stück Geschichte

Menschen mit Migrationshintergrund überall: Wir schreiben das Jahr 1747. Preussens König Friedrich II. (der Große) warb ganz offen Kolonistenfamilien „im Ausland“ an. Sein Credo: Ein jeder möge nach seiner Facon selig werden.
Deutschland gab es noch nicht. Das Heilige Römische Reich mit den Habsburger Kaisern war eher Fassade. Das Sagen hatten Landesfürsten und Bischöfe. Deren Glaube galt eben auch für die Untertanen. Viele mussten wegen ihrer (protestantischen) Religion aus ihrer alten Heimat fortziehen.
Katholiken und Protestanten konnten nicht miteinander: Heiraten zwischen den Konfessionen waren verboten (Mischehen). Andersgläubige (u.a. Juden) durften z.B. kein Stadtrecht erwerben, zahlten als Bürger zweiter Klasse aber Steuern.

Als erste siedelten im Raum Erkner Pfälzer das neu erbaute Dorf Müggelheim. Aus derselben Region folgten im darauf folgenden Jahr, als 1748 zehn Familien, die zunächst im fernen Oderbruch Höfe erhalten sollten – was sie ablehnten. Vorübergehend in Kagel untergebracht, konnten sie erst 1750 ihre neuen Höfe am Spreebord zwischen Mönchwinkel und Dämeritzsee beziehen. So die Chroniken.

Im heutigen Erkner siedelten die Familien Nehrsbach, Schneider und Keller auf dem Buchhorst (heute Neuseeland) etwa an der Ecke See- und Uferstraße. Ende 1761 brannten zwei der Höfe ab. Wahrscheinlich 1762 errichteten sie drei neue Höfe in der Nähe ihrer Äcker auf dem „Erknerschen Winkel“: der dann „Neubuchhorst“ genannt wurde. Das Gehöft am Sonnenluch beherbergt das heutige Heimatmuseum.

Der Zuzug aus der Fremde hat überhaupt Tradition in frederizianischen Preußen und dem heutigen Brandenburg. Grund genug, die Heimat zu feiern, in der wir gegenwärtig leben.

 

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