Mit der S-Bahn nach Erkner

Veröffentlicht am 13.06.2018 in Verkehr

Liebevoll gepflegt: Historische S-Bahn im Ausbesserungswerk Erkner

Am 23. Oktober 1842 erhielt Erkner seinen Eisenbahnanschluss. Mit Dampf-Loks. Rund 80 Jahre später, in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erinnert man sich in der Weimarer Republik an die Vorkriegspläne zur Elektrifizierung von Vorortbahnen im Großraum Berlin und setzt sie um. Im Jahre 1928 ist es auch für Erkner soweit.

Am 8. August 1924 fährt die erste elektrisch betriebene Stadtbahn vom Stettiner Vorortbahnhof (heute Nordbahnhof) nach Bernau. Das ist die Geburtsstunde der S-Bahn. – Wie schon die erste Eisenbahn Preußens verbindet auch sie die Stadt mit ihrem Umland. Die Berliner Stadtgrenze spielt bei der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur auf der Schiene keine Rolle.

Die Entscheidung, die S-Bahn mittels einer seitlich von unten bestrichenen Gleichstromschiene (800 Volt) anzutreiben, ist mehreren Gründen geschuldet: Zum einen konnte man somit aufwendige Oberleitungen verzichten, zum anderen auf das Heben von Brückenbauten. Gleichstrombahnen haben darüber hinaus eine erfreulich hohe Anfahrbeschleunigung. Es ist auch umweltpolitisch eine große Leistung. Dampfzüge werden ersetzt, durch elektrisch betriebene Bahnen. Die S-Bahn ist Elektromobilität!

Der Ausbau der elektrisch betriebenen Vorortbahnen konzentriert sich anfänglich auf den nördlichen Bereich. Der Bernauer Strecke folgen 1925 die Elektrifizierung der Strecken nach Birkenwerder und Oranienburg und 1927 die Veltener Strecke.

Die Gesamtlänge der drei Strecken beträgt immerhin 70 km. Aber wir wissen heute, dass dies erst der Anfang war.

Im Juni 1928 kommt Erkner ans S-Bahnnetz. Die Geschichte der S-Bahn wird so richtig lebendig gehalten vom Verein Historische S-Bahn. Mein Dank gilt der großartigen Arbeit, die hier in Erkner geleistet wird. Die Tage der offenen Tore zum Heimatfest Erkner waren ein richtiges Erlebnis!

Ihr Jörg Vogelsänger, Landtagsabgeordneter

 

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